So... kann nicht garantieren, dass solche Fehler (

) nicht nochmal drinnen sind, ich schätze das hat damit zu tun, dass ich Österreicherin bin und daher nicht komplett hochdeutsch spreche.
Hier ein weiteres Kapitel. Zur Erklärung, folgendes ist zwischen diesen Textpassagen passiert: Tami und Gam haben sich gestritten, weil er von ihrem Verhalten so entsetzt war. Schlussendlich lag der Vorwurf in der Luft, dass Tami ein Monster sei. Seitdem haben sie nicht miteinander gesprochen, daher ist die Stimmung hier ein wenig angespannt.
Sie waren bereits einmal bei diesem Händler um das Schutzgeld, mit dem er hinten nach ist zu holen, doch er hat gesagt, dass er es nicht in diesem Moment hätte und dass sie wiederkommen sollen. Da sie nicht glauben, dass jemand den Mut haben könnte, die Schatten zu verraten, machen sie sich keine Gedanken darüber.
Tami hat vor kurzem, eben bei diesem Besuch, die Blutfeder bekommen, die sich sofort mit ihr verbunden hat und - Blutfedern können im Normalfall nicht von ihren Wirten getrennt werden - jetzt ein Teil ihres Unterarmes geworden ist. Sichtbar wird sie nur, wenn Tami das wünscht, oder sie damit Magie wirkt - etwa ein Zeichen abwehrt (das kann auch unbewusst geschehen). Seit sie verbunden sind, hat Tami keine Körperwärme mehr.
Hier ein kleiner
SPOILER (zuerst bitte die Leseprobe unten lesen!!!)
Zu Tamis Reaktion im letzten Teil: Die Beziehung zwischen ihr und Gam war IMMER nur freundschaftlich, sie lieben sich beide als FREUNDE und sie wäre nie auf den Gedanken gekommen, dass es anders sein könnte.
Und hier die Leseprobe:
Sie klopfte an die schwere Holztür. Den ganzen Weg über hatten sie nicht gesprochen. Gam hatte sich gut erholt, sobald das Blut der Sklavinnen aus seiner Sicht verschwunden war. Aber er sagte nicht ein Wort. Vielleicht war ihre Freundschaft jetzt zu Ende. Sie kannten einander seit sie Kinder waren. Wie hatte er so verweichlicht werden können? Sklaven waren nichts als Waren, sie waren vielleicht teuer, aber sicher nicht... man konnte sie nicht als Menschen sehen! Sklaven hatten ihr Recht auf Menschlichkeit verwirkt, durch...Tami hielt inne. Nein, jetzt war nicht die Zeit zum philosophieren!
Die Kette wurde diesmal augenblicklich zurückgezogen, der Riegel weggeschoben. Die kleine dickliche Frau des Händlers öffnete die Tür und senkte furchtsam den Blick. Sie sagte nichts, aber geleitete sie wieder zum Zimmer ihres Mannes. Dann verschwand sie.
Auf einmal hielt Gam sie an. Er wirkte nicht wütend, aber... angespannt.
„Wir sollten da nicht reingehen.“
„Ich bitte dich, Gam.“, wies sie ihn zurecht und bemühte sich, ihren Ärger nicht allzu offen zu zeigen. „Wenn wir wieder zurück sind können wir über deine Ansichten reden, aber solange wir unterwegs sind, tust du, wie dir befohlen wurde!“
„Nein, das meinte ich nicht.“, flüsterte er und beugte sich zu ihr vor. „Aber ich habe ein ungutes Gefühl.... fast als... Tami, hinter dieser Tür wartet der Tod!“ Sie hob die Augenbrauen, aber er bemerkte es nicht einmal. Er schien wirklich aufgeregt – beinahe schon panisch. „Geh nicht hinein, Tami.“, beschwor er sie. „Denn wenn du diesen Raum betritts, dann muss ich mit dir gehen. Und... ich glaube nicht, dass ich ihn dann wieder verlassen würde.“
„Du bist paranoid.“, antwortete sie kurzangebunden und griff nach der Klinke. Sie öffnete die Tür und trat ein. Niemand war da. Nur die Brokatvorhänge wehten leicht im Wind der geöffneten Fenster.
„Siehst du?“, lachte sie ihren besten Freund aus. „Der Händler ist noch nicht einmal hier? Wovor fürchtest du dich? Soll dich der Tisch attackieren?“
Gam wirkte gehetzt, sagte aber nichts. Misstrauisch sah er sich in dem Raum um. Nichts.
„Dass der Händler sich verspätet, ist wohl nicht sonderlich respektvoll.“, stellte Tami fest. „Er übertritt seinen Stand. Das wird ihn teuer zu stehen kommen.“ Sie ging einmal durch das kleine Zimmer, musterte alles genau. Es war sicher unnötig, aber vielleicht hatte er ja eine Falle angebracht, Stolperdrähte oder Falltüren.... Ein Arbeitstisch mit mehreren Unterlagen, die in der Brise knisterten, mehrere Regale mit verschiedenen Gläsern und Reagenzien. Es hingen zwei Bilder von Landschaften, mehrere Besitzurkunden oder Auszeichnungen für besondere Verdienste am Reich. Dieser reiche Mistkerl schien sich gesellschaftlich große Mühen zu geben.
„Warum so still, Gam?“, fragte sie grinsend und drehte sich nach ihrem Freund um.
Sie erstarrte.
Gam stand in einer unnatürlichen Bewegung festgefroren, als hätte man ihn mitten in einem Schritt festgehalten, es wunderte sie, dass er nicht das Gleichgewicht verlor.
Und neben ihm stand ein hochgewachsener Mann.
Niemals hätte sie das Ding in seiner Hand verwechseln können.
Eine Blutfeder.
„Erstaunlich.“, sagte der Schreiber mit einem schaurigem Grinsen. „Du kannst dich immer noch bewegen. Das dürfte eigentlich nicht möglich sein. Vielleicht habe ich ja bei meinem Zeichen einen Fehler gemacht. In diesem Zimmer müsste eigentlich jede Bewegung unmöglich sein.“
Lenke ihn ab!, schoss es ihr durch den Kopf, als würde ihr der Anführer ins Ohr brüllen.
„Es scheint als seien Sie nicht nur unfähig, sondern auch dumm. Wenn es in diesem Zimmer eine Lähmung für alles, was darin ist wäre, würden Sie sich auch nicht bewegen können!“ Sie hoffte ihn mit der Beleidigung von der kaum merklichen Bewegung abzulenken, mit der sie nach der „Perle“ langte.
„Du bist nichts als ein dummes Kind.“, fauchte er, auf einmal zornig. Hatte sie mit diesem Blindschuss einen wunden Punkt getroffen? „Das ist mein Zauber. Er betrifft meinesgleichen nicht. Aber du....“ Er schüttelte mit grimmiger Miene den Kopf. „Ich muss wirklich einen großen Fehler gemacht haben, sonst könntest du nicht einmal den Mund zu diesen frechen Äußerungen aufreißen. Du könntest wahrscheinlich bald überhaupt nichts mehr. Vielleicht betrifft dich ja wenigstens dieser Teil des Zeichens.“
„Was?“, rief sie mit einem Blick auf den gelähmten Gam.
Der Schreiber beobachtete sie, anscheinend belustigt.
„Ach, habe ich das noch erwähnt? Die Lähmung betrifft zwar nicht das Herz, dafür aber die Atmung. Man erstickt auf Dauer jämmerlich. Und falls das zu lange dauert habe ich noch ein Zeichen beigefügt, das sich wie ein Parasit an den Betroffenen heftet und die Lebenskraft absaugt. Zu schade, dass dein Freund sehr wohl betroffen zu sein scheint. Gam, sagtest du? Der arme Junge, dass er auf so einen falschen Weg gelangt ist. So jung...“
Er griff nach Gams Kopf.
„Rühr ihn nicht an!“, schrie sie und die „Perle“ pfiff durch die Luft. Der Schreiber sprang überrascht zur Seite, entkam der messerscharfen Klinge nur um Haaresbreite. Sie nutzte ihre Chance und begann sofort zu rennen. Sie holte Schwung und fixierte Gam. In diesem Zimmer wirkte der Zauber? Dann musste sie ihn aus dem Zimmer schaffen!
Der Schreiber rappelte sich auf, aber sie beachtete ihn nicht einmal. Aus vollem Lauf prallte sie gegen Gam, riss ihn mit. Die wenigen Schritte, die er noch von der Tür entfernt war, zog und schleifte sie ihn.
„Du enkommst mir nicht!“, brüllte der Schreiber wütend und zückte seine Blutfeder. Ein blutroter Kreis, in sieben Teile geteilt. Mehrere asymettrische Striche unterbrachen die Zeichnung, die sowieso schon mit zittriger Hand und sehr ungenau ausgeführt worden war.
„Verreckte!“, spie ihr der Mann entgegen, im Moment als das Zaubermal verendet war und sie gleichzeitig Gam endgültig über die Türschwelle zog. So viele Dinge gingen in diesem Moment durch ihren Kopf – Gams plötzliches Aufkeuchen, als er verzweifelt nach Luft schnappte, sie fragte sich, wo der Händler wirklich war, wie sie Gam in dieser Verfassung in die Kanäle bekommen sollte. Hatte der Schreiber nicht irgendwas von einem Parasiten gesagt, der sich an Gam geheftet hatte?
Aber alles wurde durchbrochen von einem plötzlichem Lichtschwall, nicht mehr als ein kurzes Aufblitzen. Sie sah auf einmal nichts mehr, als würde ein Blitz das Zimmer durchzucken. Kurz spürte sie den Schmerz, als sich die Blutfeder für wenige Sekunden aus ihrer Hand schob.
Dann schnellte sie zurück in ihren Arm und der Spuk hatte ein Ende. Tami konnte alles wieder vollkommen klar sehen. Sie stütze Gam, so schnell sie konnten humpelten sie die Treppe hinunter. Das Haus schein wie ausgestorben – sie hatten einige Lärm gemacht, aber niemand kam um dem nachzugehen. Selbst der Schreiber blieb in dem Zimmer. Aber trotzdem mussten sie sich beeilen. Das konnte sich nämlich alles innerhalb weniger Augenblicke ändern. Und irgendwas stimmte mit Gam nicht – er benutzte seinen rechten Fuß nicht. Sein Atem ging schleppend und angestrengt, als würde ihn jeder einzelne Schritt umbringen. Wieso folgte der Schreiber ihnen nicht?
Auch im unterem Geschoß begegnete ihnen niemand, alles hatte sich verschanzt. Sie hatten es gewusst! Dieser Hinterhalt war sorgfältig eingefädelt worden. Hätte der Zauber des Schreibers funktioniert... Nein, darüber konnte sie noch später nachgrübeln! Jetzt stieß sie die Tür mit dem Ellbogen auf, zum Glück hatte die Frau anscheinend die Riegel nicht mehr davorgelegt.
Sie schleppte Gamlin einige Gassen lang, bis sie schließlich unter seinem Gewicht zusammenbrach. Er stütze sich immer mehr auf sie, bald schon benutzte er beide Beine kaum mehr. Sein Arm über ihrer Schulter fühlte sich kalt und leblos an, schlapp wie ein entgräteter Fisch.
Sie schnappte nach Luft, Schweiß rann ihr über den ganzen Körper. Gam wimmerte schmerzerfüllt.
„Tami... wir schaffen es nicht.“
Sie packte ihn und wollte ihn schütteln, dieses verdammte Selbstmitleid und diese gottverfluchte Hoffnungslosigkeit aus ihm rauspressen, bevor sie auch noch auf sie selbst übergriff.
„Sowas darfst du nicht sagen! Gam, es ist nicht mehr weit! Niemand verfolgt uns! Wir schaffen es! Halte durch!“
Er stöhnte. „Da...ist irgendwas.... in mir. Tami, ich...“
Plötzlich hustete er und sie erkannte entsetzt, dass er Blut spuckte. „Gam, nein! Nein! Gam, stirb nicht! Gam!“
Wie ein verwundetes Tier krümmte er sich und krallte die Hände in den eisigen Boden, als ihm weiteres Blut aus dem Mund rann. „Tami....“
„Nein, Gam, bitte nicht! Halte durch!“
„Es ist zu....“ Er stöhnte schmerzerfüllt auf, „Zu spät! Tami....komm.... näher. Bitte!“
Ein weiterer Hustenanfall schüttelte ihn und besprenkelte alles mit Blutstropfen. Er griff mit zittriger Hand nach ihr und sie ließ sich von ihm herabziehen. Seine Finger -sie waren genauso eiskalt wie sie selbst!
„Noch...näher!“
Er röchelte erstickt und erschauerte am ganzem Körper. Als er wieder hustete besprühte er ihr Gesicht mit Speichel und Blut. Aber Tami ekelte sich nicht. Instinktiv wusste sie, dass was auch immer jetzt kam, wichtig war. Was wollte er ihr mitteilen? Ihre Gesichter berührten einander fast, so nah waren sie sich.
Seine kohlrabenschwarzen Augen hielten ihre fest, als er seinem sterbenden Körper eine letzte Anstrengung abverlangte.
Dann trafen seine feuchten Lippen auf ihre.
Sie riss die Augen erschrocken auf und fuhr zurück.
Seine Hand fiel zu Boden.
Gams letzter Atemzug berührte ihre Haut, bevor er mit seiner Seele davongeweht wurde.
Wer hätte das gedacht?

Und, was meint ihr zu diesem Kapitel?